Phänomen Smart Pricing

In meinem Beitrag Besucherzahlen steigen, AdSense Klickpreise fallen bin ich auf mögliche Ursachen des bekannten Phänomens eingegangen, dass bei erfolgreichen Projekten der Adsense-Klickpreis fällt. Meine Schlussfolgerung war, dass bei steigendem (Werbe)Angebot und gleich bleibender (Anzeigen)Nachfrage der Klickpreis sinken muss. Diese Theorie kann sicherlich nur bei größeren Webseiten beobachtet werden, die mehrere Tausend Klicks am Tag generieren. Meine Zweite Schlussfolgerung, dass großflächige AdSense-Anzeigen, auch nicht so Umsatzstarke Anzeigen ausliefern, betrifft wahrscheinlich mehr Webmaster. Zusätzlich zu diesen Theorien kursieren in vielen Weblogs aber noch weitere Vermutungen. Ein Thema ist dort besonders dominant: Smart Pricing.

Smart Pricing als Quelle niedriger Klickpreise

Eine genaue Erklärung findet man in diesem Beitrag des offiziellen AdSenseBlogs. Entscheidend ist sicherlich folgende Aussage von Google:

Es ist nicht alleine die Conversion (…) die eine Rolle bei der Festlegung des Preises für eine Anzeige spielt. Ebenso Einfluss darauf hat die Qualität der Anzeige, wie viel der Inserent bietet, die anderen Anzeigen, die auf die Platzierung bieten, der Beginn oder das Ende einer Anzeigenkampagne und andere Fluktuationen von Seiten der Inserenten.

Der Verdienst richtet sich also nach zahlreichen Faktoren, die der Webmaster weder kennt noch Einfluss darauf hat. Das macht die Optimierung für uns natürlich schwer. Wirklich beeinflussen können wir nämlich nur den Content, die Platzierung und Farbgestaltung der Anzeigen:

Der beste Weg um sicherzustellen, dass Ihr maximalen Nutzen aus AdSense zieht, ist es, den Besuchern Eurer Websites ansprechende Inhalte zur Verfügung zu stellen. Dazu gehört auch, zielgerichteten Traffic auf Eure Seiten zu bringen. Inserenten haben einen geringeren ROI, wenn sie für Klicks zahlen, die über allgemeinen Traffic zustande kommen (…). Guter Content (…) kann Euch viel mehr einbringen, als eine hohe Klickrate.

Interessant ist der Umstand, dass sich Berichte mehren, die behaupten, Smart Pricing betrifft nicht nur eine Webseite, sondern gleich den ganzen AdSense-Account. Es werden Beispiele genannt in denen eine Webseite, die in der Vergangenheit erfolgreich AdSense eingesetzt hat, von einem anderen Webmaster übernommen wurde und nach Austausch der Pub ID einen deutlich niedrigeren Klickpreis (nur noch 10% des vorherigen Klickpreises) verzeichnete. Die niedrigeren Klickpreise kommen wohl durch das Einblenden von schlechteren Anzeigen zustande. Konkret würde das bedeuten „das Google nicht die Qualität der Webseite sondern die Qualität des Publishers bewertet“. Update (14.09.2006): Es ist nicht nur eine Vermutung, dass Smart Pricing den ganzen AdSense-Account betrifft sondern fast schon offizielle Tatsache. In folgenden Beitrag im Weblog von Jennifer Slegg wird ein Gespräch zwischen einem Werbenden und einem Google Vertriebsmitarbeiter zitiert. Darin wird bestätigt, dass Smart Pricing den ganzen Account betrifft.

Strategien gegen Smart Pricing

Kann man das Smart Pricing irgendwie beeinflussen? Eine Antwort, oder besser eine Vermutung findet man in diesem Beitrag von zillionbits.com. Der Autor hat folgende Beobachtungen gemacht:

  • Smart Pricing bevorzugt Webseiten mit einem eng eingeschränkten Thema
  • Auch Webseiten mit mehreren verwandtenThemen werden nicht bestraft. Besitzt man eine solche Webseite sollte man versuchen, jedes Thema in einer seperaten Ordnerstruktur oder besser auf verschiedenen Subdomains behandeln, z.B.:
    • domain.de/thema1/
    • domain.de thema2/
    • thema1.domain.de/
    • thema2.domain.de/
  • Guter Traffic ist besonders wichtig. Zielgerechte Besucher aus Suchmaschinen, die Interesse an dem Thema haben, sind auch sinnvoll für den Inserent und beeinflussen das Smart Pricing positiv.
  • Ein Domainname welcher zum Inhalt der Seite passt, kann sich positiv auswirken. Bei diesem Punkt habe ich meine Bedenken. Ich kann mir schwer vorstellen, dass der Domainname einen großen Einfluss auf den Klickpreis hat, aber vorenthalten will ich diesen Punkt nicht.

Auch in diesem Beitrag des Webmaster und SEO-Blogs findet man Lösungsansätze für das Smart Pricing Problem:

  • Weniger Anzeigenblöcke auf einer Seite
  • Seiten mit niedrigem Klickpreis raus filtern (m.E. sehr aufwendig)

Fazit

Das Thema Smart Pricing wird mich sicherlich noch einige Zeit beschäftigen. Zu sehr schmerzt die Tatsache, dass die durchschnittlichen Klickpreise so stark gefallen sind. Welcher Lösungsansatz erfolgreich ist, kann wohl nur nach zahlreichen Tests bestimmt werden. Bisher habe ich gute Erfahrungen mit der Reduktion der Anzeigenblöcke gemacht. Aber das kann irgendwie nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Mal schauen…

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Eine Antwort auf Phänomen Smart Pricing

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